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Gesellenstück geht an die Grenzen

Gewinner 2012: Pascal Krause präsentiert NRW-Schulministerin Sylvia Löhrmann sein Gesellenstück.Kreativität, handwerkliches Geschick und Gestaltungskompetenz: Mit dem Gesellenstück gilt es für Tischlerauszubildende unter Beweis zu stellen, was sie während ihrer Lehrzeit gelernt haben. Jedes Gesellenstück verbindet dabei nicht nur das Wissen über Werkstoffe mit deren fachgerechter Bearbeitung, sondern es spiegelt auch jeweils die Persönlichkeit des Erbauers wider. „Jedes einzelne Stück ist etwas ganz besonderes“, betonte NRW-Schulministerin Sylvia Löhrmann im Rahmen der Preisverleihung am 23. September 2012 im Forum Produktdesign in Solingen. Der Wettbewerb zeige, welches Potenzial in den jungen Nachwuchskräften steckt – und genau dieses gelte es, in Zeiten des demographischen Wandels besonders zu fördern.

Der erste Preis ging an Pascal Krause aus Moers (Ausbildungsbetrieb: Reichenberg-Weiss oHG, Neukirchen-Vluyn) für seinen kleinen, schlichten Turm mit dunkelgrau lackierter Nexteloberfläche. Die Jury lobt das Stück für die enorme Kreativität und perfekte Verarbeitung: „Es überschreitet für die kompromisslose reduzierte gestalterische Konzeption, für den millimeterdünnen Materialeinsatz und die Konstruktion beweglicher Teile ohne eigentliche Beschläge die Grenzen des im Tischlerhandwerk gemeinhin Denk- und Machbaren mit scheinbar müheloser Leichtigkeit.“ Für die freitragend konstruierte Hülle der zylindrischen Säule hat Pascal Krause den Plattenbelag HPL verwendet – die Stärke der Hülle beträgt gerade einmal 0,8 mm. „Ich habe sehr viel rumprobiert. Das Zusammensetzen und das Verkleben der Teile war am schwierigsten“, sagt der 26-Jährige. An der ein oder anderen Stelle ging die filigrane Konstruktion beim Zusammenbau zu Bruch – doch davon ließ sich Pascal Krause nicht entmutigen. „Das Stück stellt den kompromisslosen Einsatz moderner Werkstoffe und Bearbeitungstechniken gegen handwerkliche Tradition – und ist doch ohne vollendete Beherrschung des Handwerks nicht vorstellbar“, so die Jury.

Traditionelles Möbel neu belebt: Den Seilzug zur Klappenhalterung hat Theresa von Bodelschwingh selbst konstruiert.Ein Sekretär – modern interpretiert
Auf dem zweiten Rang landete Tischlergesellin Theresa von Bodelschwingh (Ausbildungsbetrieb: Tischlerei Feinschliff, Bielefeld). Mit ihrem „Sekretär“ interpretiert sie ein traditionelles Möbel auf moderne Art und Weise. „Mich haben Sekretäre schon immer fasziniert. Sie haben etwas Geheimnisvolles und sind zudem für kleine Wohnungen unheimlich praktisch“, sagt die 24-Jährige, die sich nach ihrem Abitur zunächst für eine Ausbildung zur Theatermalerin interessierte. Schnell entdeckte sie doch Ihre Liebe zur Tischlerei: „Ich finde es toll, dass ich in diesem Beruf eine Idee von Anfang bis zum Ende selbst verwirklichen kann.“ So wie bei ihrem Gesellenstück, zu dem die Jury urteilt: „Eine Prise Retrodesign – mit angemessener Ironie eingesetzt – und ergänzt durch jugendlich-frische Unbekümmertheit  bestimmen die Gestalt. Alles zusammengehalten von der sehr gelungenen Materialkombination aus massivem Rüster und schwarzem Linoleum. Dieses Stück weckt Emotion, es spricht direkt das Herz an.“

Das Regal hängt schief – und das hat Valeska Schairer genau so beab-sichtigt.Bücherregal mit gewollter Asymmetrie
Mit ihren wandhängenden Bücherregalen aus Zwetschgenholz, Linoleum und Aluminium belegte Valeska Schairer (Ausbildungsbetrieb: Möbeltischlerei Fabry GmbH & Co. KG, Hille) den dritten Rang. Die 23-jährige Tischlergesellin spielt dabei in ihrem Design mit einer freien und dynami-schen Anordnung der Regale auf der Wand sowie unterschiedlichen Tiefen der Regalelemente. „Ich wollte auf jeden Fall etwas Schlichtes bauen – ein Aufbewahrungsmöbel, weil ich sehr viel Krimskrams habe“, erklärt Valeska Schairer die Idee zu ihrem Gesellenstück. Bereits in der 9. Klasse stand für die gebürtige Freiburgerin fest, dass sie Tischlerin werden möchte: „Ich liebe Holz und finde die Haptik und Optik einfach super“. Die Tischlergesellin holt momentan ihr Abitur nach und würde danach gerne weiter im Tischlerberuf arbeiten – sie kann sich aber auch vorstellen, im Anschluss Industriedesign zu studieren. Gestaltungskompetenz hat sie mit ihrem Gesellenstück jedenfalls schon einmal bewiesen. „Die eher nüchternen Farben des Linoleums und Aluminiums unterstreichen sehr gelungen die Wärme und Lebhaftigkeit des Zwetschgenholzes“, heißt es im Urteil der Jury. „Die rückseitige Halteleiste wird aus ihrem Schattendasein heraus und ans Licht geholt, mit Sorgfalt im Detail formuliert und als verbindende Linie in die Gestaltung eingebunden. Schön und ganz selbstverständlich gelöst sind die Details des kleinen Türchens und der Schubkästen.“

Drei Belobigungen
Neben den drei Siegern wurden noch drei Stücke mit einer besonderen Belobigung bedacht: Der Fahrradanhänger von Cornelius Fries (Ausbildungsbetrieb: Tischlerei Peter Winter, Münster), die „Wok-Station“ von Roman Meißner (Ausbildungsbetrieb: Zool. Forschungsmuseum Koenig, Bonn) und das Flurmöbel von Anna-Maria Grüll (Ausbildungsbetrieb: Rittmeier + Partner GmbH, Köln) zeichnen sich ebenfalls durch ungewöhnliche und kreative Gestaltung aus.

Chancen beim Bundeswettbewerb
Experimentieren, kreatives Potenzial fördern und fordern – das ist das Ziel der „Guten Form“. Seit nunmehr 26 Jahren zeigt das Tischlerhandwerk in NRW mit dem Wettbewerb und der Ausstellung, wie gestalterisch begabt die Nachwuchskräfte sind. Die drei Sieger dürfen sich über Geldpreise in Höhe von 750, 600 und 500 Euro freuen. Pascal Krause und Theresa von Bodelschwingh reisen mit ihren Gesellenstücken zudem im Mai 2013 zum Bundeswettbewerb nach Hannover.


Teilnehmer

Alexander RöhrMarie ZingraffFabian FernYoshiaki UemukaiFabian WeinfurtnerAndre PiotrowskiMarc KnobenMarlene RosenRoman MeißnerMoritz DannersAlexander IsaakTimo GubbelsStefan EhrichPatrick PankninLennart SchäferCornelius FriesMarvin BaumgartMartin HuhnJoel da Silva RaloValeska SchairerPhilipp CanisiusJan KorfmacherMatthias AchtereschHenning KerkhoffSebastian HankelnJustin RostJeruen SpauwenMiriam HoenlBachtiar Baba SheikhPascal UebermuthMarvin JeckFlorian FreibergRobin WeberLeif GawinskiTobias PohlMarc PickPascal KrauseTheresa von BodelschwinghJan-Holger KronsbeinChristian GrobbelWanda Brit Solveig StöckleFelix Jonathan SchmidtMilan ScharfTobias ThomasNils KonnegenSteffen KöllerAnna-Marie Grüll